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Das
Thema "Sucht spielt in der öffentlichen Diskussion seit langem
eine große Rolle. Viele Menschen sind davon direkt oder
indirekt
betroffen. Die vielfältigen Ursachen für die
Entstehung von
Süchten stellen eine besondere Herausforderung für
alle am
Hilfesystem Beteiligten dar.
Nach dem EBIS-Bericht (1999) sind von den Fachkräften im
ambulanten Suchtbereich 57% Sozialarbeiter/innen bzw.
Sozialpädagogen/innen, 11% gehören der Berufsgruppe
der Dipl.
Psychologen/innen an und weniger als 2% sind (Fach-)
ärzte/innen.
Seit dem einschlägigen Urteil des Bundessozialgerichts vom 18.
Juni 1968 hat vor allem die Berufsgruppe der Sozialarbeiter/innen das
psychosoziale Verständnis von Sucht und die bestehenden
Beratungs-
und Behandlungssysteme sowie die Konzepte zur Suchtprävention
in
hohem Maße gestaltet. Beispielsweise hat sich aus der
Sozialen
Arbeit schon früh die sozialtherapeutische Arbeit in der
Suchthilfe entwickelt. Zugleich hat die Soziale Arbeit
maßgeblich
auch die psychotherapeutischen Konzepte im Suchthilfesektor
mitgeprägt. Vielfältige Ansätze
niedrigschwelliger
lebenspraktischer Hilfen sowie die Fortentwicklung begleitender Hilfen
bis zu systematischem Case-Management fußen entscheidend auf
dem
Engagement der Fachkräfte der Sozialen Arbeit.
Der professionelle und innovative Beitrag der Sozialarbeiter/innen hat
insgesamt entscheidend zur Qualität der psychosozialen
Gesundheitsversorgung beigetragen. Allerdings fehlte bislang ein Organ,
das diesen Beitrag in der öffentlichen Fachdiskussion
repräsentiert und das Profil der Berufsgruppe schärft.
Vor dem Hintergrund eines sich rasant entwickelnden Gesundheitsmarktes
mit unterschiedlichen Professionen als Anbieter ist bei den
verschiedenen Berufsgruppen ein verstärktes Interesse an der
"Suchtarbeit" zu beobachten. Es besteht die Gefahr, dass das
spezifische fachliche Profil der Sozialen Arbeit in den Hintergrund
gedrängt wird.
Deshalb setzen sich die Gründungsmitglieder der Deutschen
Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe (DG-SAS)
dafür ein, die folgenden Aufgaben verstärkt in die
Öffentlichkeit zu tragen:
- Förderung
des psychosozialen Grundverständnisses von Sucht in der
Gesellschaft
Die in letzter Zeit verstärkt zu beobachtende
Krankheitszentrierung, die Suchtphänomene in erster Linie als
eine
medizinische Symptomatik beschreibt, wird der Komplexität der
Suchtgenese und Suchtverläufe nicht gerecht.
Die Deutsche Gesellschaft für Soziale
Arbeit in der Suchthilfe (DG-SAS) setzt
sich für ein psychosoziales Gesundheitsverständnis
ein.
"Gesundheitsförderung" lautet der primäre
konzeptionelle
Ansatz; er muss deutlich in die öffentliche Diskussion
transportiert werden und die Bedeutung von Sozialer Arbeit als
gesellschaftliche Antwort auf psychosoziale Konflikt- und Problemlagen
herausgestellt werden. Entsprechend diesem Grundverständnis
versteht sich die DG-SAS auch als Impulsgeber für die
Sozialpolitik.
- Entwicklung
beruflicher Qualitätsstandards in den Handlungsfeldern der
Suchthilfe
Handlungsfelder, die im wesentlichen von Sozialarbeiter/innen bzw.
Sozialpädagog/innen gestaltet werden, sollen mit dem Ziel, das
Leistungsspektrum in seiner Struktur-, Prozess- und
Wirkungsqualität transparent zu machen, auf der Grundlage
fachlich-wissenschaftlicher Standards inhaltlich beschrieben werden.
- Entwicklung
eines beruflichen Kompetenzprofils auf der Grundlage qualifizierter
Ausbildungs- und Weiterbildungsinhalte
Die Voraussetzungen diesen Beruf ausüben zu können
sollen
verbessert werden. Die Entwicklung entsprechender Rahmen- Curricula
soll von der Deutschen Gesellschaft für Soziale
Arbeit in der Suchthilfe (DG-SAS) ausgehen.
- Förderung
des Fachgebietes "Sucht" in den Studiengängen Sozialarbeit /
Sozialpädagogik an den Hochschulen
- Förderung
suchtspezifischer Weiterbildungsangebote für
Fachkräfte der Sozialen Arbeit
- Förderung
der sozialwissenschaftlichen Forschung zum Themenbereich Sucht und
Suchthilfe
- Förderung
eigenständiger Ansätze der Sozialen Arbeit zu
gesundheitspolitischen suchtbezogenen Fragestellungen
- Förderung
des öffentlichen Diskurses über neue Entwicklungen in
der Sozialen Arbeit
- Festigung
des Stellenwertes der Sozialen Arbeit in der Suchthilfe durch
Weiterentwicklung der Qualität
- Bereitstellung
eines Forums zur Wahrnehmung fachlicher und berufsspezifischer
Interessen
- Unterstützung
der Veröffentlichung fachwissenschaftlicher Beiträge
aus diesem Fachgebiet
- Hedi
Boss, Bonn
- Prof.
Dr. Horst Bossong, Essen
- Frank
Fechter, Bochum
- Hildegard
Gerber, Münster
- Werner
Heinz, Frankfurt
- Michael
Hoffmann-Bayer, Berlin
- Jost
Leune, Hannover
- Prof.
Dr. Peter Loviscach, Witten
- Hans
Müller, Lübeck
- Wolfgang
Rometsch, Münster
- Doris
Sarrazin, Münster
- Conrad
Tönsing, Osnabrück
- Kai
Wiese, Hamburg
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Die
Gründung der Gesellschaft wird außerdem
unterstützt von:
- Antonius
Holz, Essen
- Rolf
Hüllinghorst, Hamm
- Edwin
Scholz, Ahlen
- Ralph
Seiler, Münster
- Roswitha
Kluth, Hamburg |
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